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Wo mache ich mein 3a? Bei der Bank oder bei der Versicherung

Die Frage klingt harmlos, ist aber eine der teuersten Entscheidungen im Schweizer Vorsorgesystem. Eine 3a-Police bindet dich über Jahrzehnte, ein 3a-Konto oder -Depot nicht. Hier steht, was der Unterschied konkret bedeutet.

7 Min Lesezeit·September 2026·Marco

Beides heisst «Säule 3a», beides bringt dir den Steuerabzug. Danach hört die Ähnlichkeit auf. Bei der Bank sparst du. Bei der Versicherung sparst du und versicherst gleichzeitig — in einem einzigen Vertrag, den du nicht mehr auseinandernehmen kannst.

Was du bei der Bank bekommst

Ein 3a-Konto oder ein 3a-Wertschriftendepot. Du zahlst ein, wann und wie viel du willst. Ein Jahr aussetzen? Kein Problem. Anbieter wechseln? Möglich. Die Kosten sind sichtbar und die Struktur ist so einfach, dass du sie in zwei Sätzen erklären kannst.

Wenn dein Geld 15 Jahre oder länger liegen bleibt, gehört es ins Wertschriftendepot statt aufs Zinskonto — das ist die zweite wichtige Entscheidung nach «Bank oder Versicherung».

Was du bei der Versicherung bekommst

Eine 3a-Police: einen Sparteil, meist eine Todesfall- und/oder Erwerbsunfähigkeitsdeckung, und eine feste Prämie über eine feste Laufzeit — oft 20 bis 30 Jahre. Die Prämie ist eine Verpflichtung, nicht eine Möglichkeit.

Genau daran scheitern viele Verträge: Weiterbildung, Auszeit, Familienphase, Selbstständigkeit — und plötzlich passt die Prämie nicht mehr ins Leben. Wer dann vorzeitig auflöst, bekommt in den ersten Jahren häufig deutlich weniger zurück, als er einbezahlt hat, weil Abschlusskosten und Provisionen vorne im Vertrag stecken.

Der direkte Vergleich

Bank (Konto / Depot)Versicherung (Police)
Einzahlungfrei wählbar, jederzeit pausierbarfixe Prämie, vertraglich verpflichtend
Laufzeitoffenmeist 20–30 Jahre
Kostentransparent, laufendAbschlusskosten vorgezogen, oft schwer lesbar
Vorzeitiger AusstiegÜbertrag zu anderem AnbieterRückkauf, häufig mit Verlust
Risikoschutzseparat lösbarim Produkt gekoppelt
Renditepotenzialabhängig von Aktienquote, voll bei dirreduziert durch Prämienanteile und Kosten
Die Faustregel

Sparen und Versichern gehören nicht ins gleiche Produkt. Spare in der 3a bei der Bank — und deck Risiken wie Erwerbsunfähigkeit oder Todesfall mit einer separaten, kündbaren Risikoversicherung ab. So bezahlst du für beides den echten Preis und siehst, was du bekommst.

Wann eine Police trotzdem Sinn machen kann

Es gibt Fälle: eine Hypothek, die im Todesfall abgesichert sein muss, eine Familie mit nur einem Einkommen, oder eine Prämienbefreiung bei Erwerbsunfähigkeit, die für dich tatsächlich zentral ist. Auch dann lohnt sich der Vergleich mit der Variante «3a bei der Bank + separate Risikoversicherung» — in den meisten Rechnungen, die ich sehe, gewinnt die getrennte Lösung.

Ich habe schon eine Police — und jetzt?

Nicht überstürzt kündigen. Erst prüfen: Wie viel steckt bereits drin, wie hoch ist der aktuelle Rückkaufswert, was kostet der Risikoschutz separat, wie viele Jahre laufen noch? Manchmal ist Prämienreduktion oder Beitragsfreistellung besser als Rückkauf. Diese Rechnung macht man einmal in Ruhe — nicht am Telefon mit dem Vermittler, der den Vertrag verkauft hat.

Wer dir ein 3a-Produkt verkauft, verdient an der Police deutlich mehr als am Konto. Das erklärt die meisten Empfehlungen, die du bisher gehört hast.

Meine Empfehlung

Eröffne dein 3a bei einer Bank als Wertschriftendepot, nicht als Zinskonto — damit dein Geld tatsächlich angelegt wird. Mein Favorit ist VIAC: Eröffnung in wenigen Minuten per App, tiefe Kosten, Aktienquote bis 99 Prozent, und ein weiteres Konto ist mit einem Klick erstellt. frankly und finpension sind die brauchbaren Alternativen.

Genauso wichtig ist die Strategie: breit in den globalen Markt investieren — nicht in einzelne Titel, Branchen oder nur in Schweizer Aktien. So mache ich es selbst: bei VIAC mit «Global 100», also voll investiert und weltweit gestreut. Ein Portfolio, keine Meinung zum Markt, kein Timing.

Und: zahle jeweils drei bis fünf Jahre auf ein Konto ein, dann eröffne das nächste. Der Grund ist die Auszahlung. Der Steuersatz auf eine 3a-Auszahlung steigt mit deren Höhe — bei einem einzigen grossen Konto zahlst du überproportional viel Steuern. Mit mehreren Konten löst du pro Jahr eines auf und bleibst jedes Mal im tieferen Satz. Fünf Konten genügen in der Regel.

Zur Grössenordnung: 2026 darfst du als Angestellter mit Pensionskasse maximal 7'258 Franken einzahlen, ohne Pensionskasse 20 Prozent des Erwerbseinkommens, höchstens 36'288 Franken.

Die Kurzfassung

  1. Für die meisten: 3a bei der Bank, als Wertschriftendepot statt Zinskonto.
  2. Risiken separat versichern, nicht ins Sparprodukt koppeln.
  3. Police nur, wenn ein konkretes Risiko sie wirklich verlangt — und nach Vergleich.
  4. Bestehende Police prüfen statt spontan kündigen.
  5. Mehrere 3a-Konten staffeln, damit die Auszahlung später nicht in den hohen Steuersatz läuft.

Ich verkaufe keine Vorsorgeprodukte und erhalte von keinem Anbieter Provisionen.

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