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3a eröffnen 2026: VIAC, Frankly oder finpension — der ehrliche Vergleich

Die Frage «welche 3a-App ist die beste?» führt in die Irre. Alle drei grossen Anbieter sind solide. Wichtiger ist, was du mit dem Konto vorhast — und wie viele Konten du überhaupt brauchst.

8 Min Lesezeit·August 2026·Marco

Zuerst das Wichtigste, weil es unabhängig vom Anbieter gilt: Die Säule 3a bringt dir zwei Dinge. Erstens einen Steuerabzug — du kannst deine Einzahlung vom steuerbaren Einkommen abziehen. Zweitens einen Ort, an dem Geld über Jahrzehnte wachsen darf, ohne dass du es unterwegs ausgibst.

Der Maximalbetrag für 2026 liegt bei 7'258 Franken, wenn du bei einer Pensionskasse angestellt bist. Ohne Pensionskasse sind es 20 Prozent des Erwerbseinkommens, höchstens 36'288 Franken. Die Beträge werden periodisch angepasst — 2026 gelten dieselben wie 2025.

Der Unterschied, der wirklich zählt: Konto oder Wertschriften

Ein 3a-Zinskonto bei der Bank verzinst dein Geld minimal. Ein 3a-Wertschriftendepot investiert es in Aktien und Anleihen. Über 30 Jahre ist der Unterschied nicht ein paar hundert Franken, sondern potenziell ein fünfstelliger Betrag.

Wenn dein Geld also 15 Jahre oder länger liegen bleibt, ist die Frage nicht «welche App», sondern «Konto oder Wertschriften». Die drei Anbieter unten sind alle Wertschriftenlösungen — damit hast du die wichtigere Entscheidung schon getroffen.

Die drei im Vergleich

AnbieterStärkePasst zu dir, wenn …
VIACSehr flexible Strategien, mehrere Portfolios, gute App… du selbst an Reglern drehen willst
franklyEinfachster Einstieg, Anbindung an die ZKB… du eine Entscheidung treffen und dann Ruhe haben willst
finpensionSehr tiefe Gesamtkosten, hoher Aktienanteil möglich… du langfristig maximal investiert sein willst

Alle drei sind digital, alle drei kosten unter einem Prozent pro Jahr, alle drei erlauben Aktienquoten bis rund 99 Prozent. Die Kostenunterschiede sind real, aber klein gegenüber der Frage, ob du überhaupt in Wertschriften investiert bist.

Die drei Faktoren

1. Anlagehorizont: Bleibt das Geld 15+ Jahre liegen? Dann hoher Aktienanteil. 2. Nervenstärke: Kannst du einen Rückgang von 30 Prozent aushalten, ohne zu verkaufen? 3. Wie viel Aufmerksamkeit willst du dem Thema geben? Wer sich nie damit beschäftigen will, ist mit der einfachsten Lösung besser bedient als mit der optimalen.

Der Punkt, der die meisten überrascht: mehrere Konten

Bei der Pensionierung wird jedes 3a-Konto einzeln ausbezahlt und einzeln besteuert — mit einem reduzierten Satz, der aber mit der Höhe der Auszahlung steigt. Wer alles auf einem Konto hat, muss alles in einem Jahr auszahlen und zahlt dadurch mehr Steuern.

Deshalb: staffle deine Einzahlungen über mehrere Konten, statt jahrzehntelang auf ein einziges einzuzahlen. Drei bis fünf Konten sind eine gängige Grösse. Du kannst sie später in verschiedenen Steuerjahren beziehen — das ist einer der wenigen Steuervorteile, den man mit reiner Organisation holt.

Praktisch heisst das: Wenn dein erstes Konto ungefähr 50'000 Franken erreicht, eröffne das nächste. Bei welchem Anbieter, ist zweitrangig — du darfst auch mischen.

Häufige Fragen

Lohnt sich eine Einzahlung, wenn ich wenig verdiene?

Der Steuerabzug wirkt proportional zu deinem Steuersatz. Bei tiefem Einkommen ist er klein. Dann steht die Einzahlung in Konkurrenz zum Notgroschen — und der hat Vorrang, weil 3a-Geld bis zur Pensionierung grundsätzlich blockiert ist.

Was, wenn ich das Geld früher brauche?

Ein Vorbezug ist nur in bestimmten Fällen möglich: Kauf von selbst genutztem Wohneigentum, Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit, definitive Auswanderung, Einkauf in die Pensionskasse. Rechne nicht damit, dass du flexibel darauf zugreifen kannst.

Und die 3a-Police bei der Versicherung?

Das ist die Variante, bei der Sparen mit einer Versicherung gekoppelt wird — mit langer Bindung, hohen Kosten und oft schlechtem Rückkaufswert. Wenn du Risiken absichern willst, mach das mit einer separaten Risikoversicherung. Sparen und Versichern gehören nicht ins gleiche Produkt.

Die beste 3a-Lösung ist die, bei der du tatsächlich einzahlst — und nicht die, die auf dem Papier 0.1 Prozent günstiger ist.

Die Kurzfassung

  1. Wertschriften statt Zinskonto, wenn der Horizont über 15 Jahre liegt.
  2. Aktienquote nach Nervenstärke wählen, nicht nach Optimismus.
  3. Ab rund 50'000 Franken ein weiteres Konto eröffnen und Auszahlungen später staffeln.
  4. Keine 3a-Police mit gekoppelter Versicherung.

Ich erhalte von keinem dieser Anbieter Provisionen und empfehle keinen einzelnen als «den besten».

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