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Freizügigkeitskonto: Warum dein Geld fast nichts bringt — und was du in 20 Minuten ändern kannst

Wenn du schon einmal die Stelle gewechselt, eine Auszeit genommen oder Teilzeit gearbeitet hast, liegt möglicherweise Vorsorgegeld auf einem Konto, von dem du kaum etwas weisst — und das kaum etwas bringt.

7 Min Lesezeit·August 2026·Marco

Wie das Geld dort landet

Deine Pensionskasse ist an dein Arbeitsverhältnis gekoppelt. Wenn du die Stelle wechselst, muss das angesparte Guthaben in die neue Kasse übertragen werden. Gibt es keine neue Kasse — weil du eine Pause machst, ins Ausland gehst, selbstständig wirst oder unter der Eintrittsschwelle verdienst — kommt das Geld auf ein Freizügigkeitskonto.

Das ist ein Parkplatz. Und Parkplätze sind nicht dafür gebaut, dass man dort jahrelang stehen bleibt: Die Verzinsung von Freizügigkeitskonten ist typischerweise minimal, oft nahe null.

Warum das über Jahre teuer wird

Vorsorgegeld hat einen extrem langen Horizont — bis zur Pensionierung. Genau dort wirkt der Zinseszins am stärksten. Wer 40'000 Franken zwanzig Jahre lang praktisch unverzinst parkiert, verzichtet nicht auf ein paar hundert Franken, sondern auf einen erheblichen Teil des möglichen Endbetrags.

Der Vergleich, der es klar macht

Der Unterschied zwischen «Konto» und «Wertschriftendepot» ist bei Vorsorgegeld über 20 Jahre gross — nicht wegen einer besseren Prognose, sondern weil ein Konto per Konstruktion keine Rendite vorsieht.

Schritt 1: Herausfinden, ob überhaupt etwas liegt

Viele wissen nicht, dass sie ein solches Konto haben. Anhaltspunkte: Stellenwechsel ohne Übertrag, Studium nach einer Anstellung, Auslandsaufenthalt, Mutterschaft mit Unterbruch, mehrere kleine Teilzeitstellen.

Wer unsicher ist, kann bei der Zentralstelle 2. Säule eine Suchanfrage stellen. Sie prüft kostenlos, ob Guthaben auf deinen Namen registriert ist — genau dafür existiert diese Stelle.

Schritt 2: Entscheiden, wohin damit

  1. In die aktuelle Pensionskasse einbringen. Sinnvoll, wenn du angestellt bist und die Kasse gute Konditionen hat. Das erhöht dein Altersguthaben und damit später die Rente. Zusätzlich schafft es Raum für steuerlich abzugsfähige Einkäufe.
  2. Auf ein Freizügigkeits-Wertschriftendepot wechseln. Sinnvoll, wenn das Geld noch viele Jahre liegt und du Marktschwankungen aushältst. Dasselbe Geld, gleiche gesetzliche Bindung — nur investiert statt parkiert. VIAC bietet zum Beispiel eine gute Freizügigkeitslösung mit tiefen Kosten und breiten, global gestreuten Anlagemöglichkeiten.
  3. Bewusst auf zwei Konten aufteilen. Bei der Auszahlung wird jedes Guthaben separat besteuert. Wer gestaffelt in verschiedenen Jahren bezieht, kann die Steuerprogression brechen.

Was in fast keinem Fall sinnvoll ist: das Geld über Jahre auf dem unverzinsten Konto liegen lassen, weil der Wechsel Aufwand bedeutet. Der Aufwand ist ein Formular.

Schritt 3: Die 20 Minuten

  1. Unterlagen zusammensuchen: letzte Kontoauszüge der Freizügigkeitsstiftung, aktueller Vorsorgeausweis.
  2. Zins und Gebühren des bestehenden Kontos notieren.
  3. Entscheiden: in die Pensionskasse einbringen oder in ein Wertschriftendepot übertragen.
  4. Übertragsformular beim neuen Anbieter ausfüllen — der Transfer wird von dort aus angestossen.

Wichtig: Du kannst das Geld nicht einfach beziehen. Vorbezug ist nur bei Wohneigentum, Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit, definitiver Auswanderung oder Erreichen des Vorsorgealters möglich. Es geht hier nur darum, wo das Geld bis dahin liegt.

Das ist kein Renditetrick. Es ist Aufräumen — mit dem Nebeneffekt, dass es über zwanzig Jahre viel Geld wert ist.

Die Kurzfassung

  1. Prüfen, ob Guthaben auf einem Freizügigkeitskonto liegt.
  2. Zins und Gebühren anschauen — meist ist der Zins nahe null.
  3. In die Pensionskasse einbringen oder in ein Wertschriftendepot übertragen.
  4. Bei grösseren Beträgen an die gestaffelte Auszahlung denken.

Wenn du nicht sicher bist, ob irgendwo Guthaben liegt: Die Suchanfrage bei der Zentralstelle 2. Säule ist kostenlos.

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