Es passiert fast allen gleich: Der erste Lohn kommt, fühlt sich nach viel an, und drei Monate später ist unklar, wo er hin ist. Das ist keine Charakterschwäche. Es ist einfach der Normalzustand, wenn niemand dir gezeigt hat, wie man mit Geld umgeht.
Die gute Nachricht: Es braucht keine zwanzig Massnahmen. Drei reichen — und wenn du sie in den ersten drei Monaten aufsetzt, arbeiten sie von da an im Hintergrund für dich.
1. Trenne dein Geld auf zwei Konten
Der häufigste Fehler ist, alles auf einem Konto liegen zu lassen. Dann gibt es keine Grenze zwischen «Geld für diesen Monat» und «Geld für später» — und was keine Grenze hat, wird ausgegeben.
Richte darum ein zweites Konto ein: ein Sparkonto bei derselben Bank genügt, das kostet nichts und dauert zehn Minuten. Auf dem ersten Konto läuft dein Alltag: Miete, Krankenkasse, Handy, Essen, Ausgehen. Auf das zweite geht am Tag der Lohnzahlung ein Dauerauftrag.
Dauerauftrag am Zahltag, nicht am Monatsende. Wer erst spart, was übrig bleibt, spart nichts. Wer zuerst überweist, kommt mit dem Rest fast immer aus.
Wie viel? Wenn du zu Hause wohnst, sind 20 bis 40 Prozent realistisch. Mit eigener Wohnung eher 10 Prozent — und das ist völlig in Ordnung. Ein Dauerauftrag über 200 Franken, der jeden Monat läuft, ist mehr wert als ein Vorsatz über 800 Franken, den du nach sechs Wochen wieder abstellst.
2. Bau dir einen Notgroschen — vor allem anderen
Bevor investiert, optimiert oder in die Säule 3a eingezahlt wird, kommt der Notgroschen. Er ist kein spannendes Thema, aber er ist der Grund, warum du bei der ersten kaputten Waschmaschine nicht in die Kreditfalle läufst.
Als Richtwert: drei Monatsausgaben, auf einem separaten Konto, jederzeit verfügbar. Nicht investiert, nicht in der 3a, nicht in Krypto. Dieses Geld hat genau eine Aufgabe: verfügbar sein, wenn etwas schiefgeht.
Rechne dabei mit deinen Ausgaben, nicht mit deinem Lohn. Wer 4'500 Franken verdient und 3'200 ausgibt, braucht rund 9'600 Franken — nicht 13'500. Das macht das Ziel erreichbar.
3. Verstehe deine Abzüge, bevor du sie optimierst
Auf deiner Lohnabrechnung stehen Abkürzungen, die dir nie jemand erklärt hat. Lohnt sich, einmal zwanzig Minuten hinzusetzen:
- AHV/IV/EO: die staatliche Vorsorge, für alle gleich, nicht verhandelbar.
- ALV: die Arbeitslosenversicherung.
- BVG: deine Pensionskasse — ab dem Jahr, in dem du 25 wirst, wird für das Alter gespart. Vorher ist meist nur der Risikoteil versichert.
- NBU: Unfallversicherung für die Freizeit. Wichtig zu wissen: Wenn dein Arbeitgeber die NBU deckt, brauchst du bei der Krankenkasse keine separate Unfalldeckung — das spart jeden Monat ein paar Franken.
Zum Thema Krankenkasse: Wer jung und gesund ist, fährt mit der höchsten Franchise in den meisten Jahren besser. Das ist eine Wette auf deine Gesundheit — und deshalb genau dann sinnvoll, wenn der Notgroschen (siehe Punkt 2) die Differenz decken kann.
Und die Säule 3a?
Sie ist sinnvoll — aber nicht in Monat eins. Die Reihenfolge ist: Konten trennen, Notgroschen aufbauen, dann 3a. Der Steuervorteil ist im ersten Berufsjahr ohnehin klein, weil dein steuerbares Einkommen tief ist. Er wächst mit deinem Lohn.
Wenn du in den ersten drei Monaten nur eine Sache machst: den Dauerauftrag auf ein zweites Konto. Alles andere lässt sich nachholen.
Die Kurzfassung
- Zweites Konto eröffnen, Dauerauftrag am Zahltag einrichten.
- Notgroschen von drei Monatsausgaben aufbauen, verfügbar halten.
- Lohnabrechnung einmal richtig anschauen, Krankenkassen-Franchise und Unfalldeckung prüfen.
- Erst danach über Säule 3a und Investieren nachdenken.
Das ist alles. Kein Excel, keine App, keine Beratung nötig. Und in zwölf Monaten hast du etwas, das die meisten in deinem Alter nicht haben: einen Überblick.
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