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Das einfachste Budgetsystem für alle, die keine Lust auf Excel haben

Die meisten Budgets scheitern nicht am Willen, sondern am Aufwand. Wer jeden Kaffee eintippen muss, hört nach drei Wochen auf. Dieses System funktioniert mit drei Konten und drei Regeln — und braucht danach zehn Minuten pro Monat.

6 Min Lesezeit·August 2026·Marco

Ein Budget hat genau eine Aufgabe: dafür zu sorgen, dass am Monatsende etwas übrig bleibt, ohne dass du bei jeder Ausgabe ein schlechtes Gewissen hast. Alles, was darüber hinausgeht — Kategorien, Auswertungen, Diagramme — ist optional.

Die drei Konten

Du brauchst kein Buchhaltungsprogramm, sondern eine Struktur, die Entscheidungen für dich trifft.

Der entscheidende Punkt: Du triffst die Entscheidung einmal, beim Einrichten der Daueraufträge. Danach musst du im Alltag nichts mehr abwägen — der Kontostand von Konto B sagt dir alles.

Warum das funktioniert

Selbstkontrolle ist eine begrenzte Ressource. Ein System, das keine täglichen Entscheidungen verlangt, hält deshalb länger als jede Disziplin.

Die drei Regeln

Regel 1: Zuerst sparen, dann leben

Der Dauerauftrag auf Konto C läuft am Tag nach der Lohnzahlung — nicht am Monatsende. Der Betrag darf klein sein. Er muss nur automatisch sein.

Regel 2: Steuern und grosse Rechnungen sind monatlich

Steuerrechnung, Selbstbehalt, Zahnarzt, Serviceintervall: Das sind keine Überraschungen, sondern Jahreskosten. Teile den Jahresbetrag durch zwölf und lass ihn auf ein Unterkonto laufen. Damit verschwindet der grösste Teil der «unerwarteten» Ausgaben aus deinem Leben.

Regel 3: Einmal im Monat zehn Minuten hinschauen

Gleicher Tag im Monat, Kalendereintrag, zehn Minuten: Kontostände anschauen, eine Zahl notieren (dein Total), und eine Frage stellen — war das ein normaler Monat? Mehr Analyse braucht es nicht.

Zuerst der Notgroschen

Bevor du das System auf Investieren oder Säule 3a ausrichtest, kommt der Notgroschen. Kein spannendes Thema — aber der Grund, warum eine kaputte Waschmaschine oder ein Zahnarztbesuch dich nicht in die Kreditkartenschulden schiebt.

Als Richtwert: drei Monatsausgaben, auf einem separaten Konto, jederzeit verfügbar. Nicht investiert, nicht in der 3a, nicht in Krypto. Rechne dabei mit deinen Ausgaben, nicht mit deinem Lohn: Wer 4'500 Franken verdient und 3'200 ausgibt, braucht rund 9'600 Franken — nicht 13'500.

Praktisch heisst das: Der Dauerauftrag auf Konto C füllt zuerst den Notgroschen. Erst wenn der steht, geht dasselbe Geld in 3a und Investitionen. Die Reihenfolge ist wichtiger als die Höhe.

Wie viel soll auf welches Konto?

Als Startpunkt, nicht als Gesetz: rund die Hälfte des Netto-Lohns für Fixkosten, rund 30 Prozent für den Alltag, rund 20 Prozent fürs Sparen. In Städten mit hohen Mieten verschiebt sich das — und das ist in Ordnung. Wichtiger als die Prozentzahl ist, dass die Aufteilung überhaupt existiert.

Wenn du nicht weisst, wie hoch dein Alltagsbetrag sein soll: Nimm die letzten drei Kontoauszüge, zähle alles zusammen, was nicht Fixkosten war, und teile durch drei. Das ist deine Realität — nicht deine Absicht.

Was du nicht brauchst

Ein Budget ist kein Sparprogramm. Es ist eine Erlaubnis: Was auf dem Alltagskonto liegt, darfst du ohne schlechtes Gewissen ausgeben.

Die Kurzfassung

  1. Drei Konten: Fixkosten, Alltag, Sparen.
  2. Zwei Daueraufträge am Zahltag — Alltag und Sparen.
  3. Jahreskosten durch zwölf teilen und beiseitelegen.
  4. Zehn Minuten pro Monat, immer am gleichen Tag.

Wenn du willst, gehen wir dein Budget im Finanz-Check gemeinsam durch — mit deinen echten Zahlen.

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